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Zeige Bild in Lightbox Ein Azubi bedient eine Maschine in einem Ausbildungsbetrieb.
Immer mehr Azubis brechen im Saarland ihre Ausbildung wegen Überforderung ab. (© GettyImages)
Pressemitteilung 10. September 2026 Dirk Werner / Axel Plünnecke

Immer mehr Ausbildungsabbrüche im Saarland

Saarländische Ausbildungsbetriebe melden eine steigende Zahl an Ausbildungsabbrüchen. Als Ursache sehen sie vor allem wachsende Kompetenzlücken bei den Azubis, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

In den vergangenen fünf Jahren verzeichnen 36 Prozent der Ausbildungsbetriebe im Saarland mehr Ausbildungsabbrüche oder nicht bestandene Prüfungen, nur gut drei Prozent melden einen Rückgang. Das zeigt ein IW-Gutachten im Auftrag der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU). Grundlage sind aktuelle Bildungsstudien sowie eine Befragung saarländischer Unternehmen.

Wachsende Bildungslücken 

Bildungsdaten weisen auf wachsende Kompetenzlücken bei den saarländischen Schulabgängern hin. So hat sich der Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss zwischen 2020 und 2025 von 6,5 auf 11,5 Prozent erhöht. Rund 40 Prozent der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler verfehlen laut IQB-Bildungstrend die mathematischen Mindeststandards, nach der neuen Pisa-Studie zählt fast jeder dritte Schüler beim Lesen und Rechnen zur Risikogruppe.

Die Betriebe beobachten Ähnliches: Mehr als 80 Prozent sehen jeweils eine Verschlechterung bei mathematischen Grundkenntnissen, Konzentrationsfähigkeit oder Stressresistenz. Zwei von drei Unternehmen sagen, die Aussagekraft von Schulnoten habe in den vergangenen zehn Jahren deutlich abgenommen.

Betriebe geben zunehmend selbst Nachhilfe

Um die Lücken aus der Schulzeit zu schließen, engagieren sich die Unternehmen zunehmend selbst. Mehr als jedes zweite Unternehmen im Saarland bietet inzwischen Nachhilfe in Lesen, Schreiben und Rechnen an. Fast drei Viertel fördern zusätzlich soziale Kompetenzen, mehr als drei Viertel investieren gezielt in Motivation und Selbstständigkeit ihrer Auszubildenden.

„Eine stärkere Förderung von Basiskompetenzen in der Schule und eine intensivere und praxisnähere Berufsorientierung sind dringen erforderlich“, sagt Studienautor Dirk Werner. Übergangsgespräche zwischen Schulen, Berufsschulen und Betrieben könnten frühzeitig zeigen, wo Förderbedarf besteht – bevor daraus ein Ausbildungsabbruch wird.

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