Saarländische Ausbildungsbetriebe melden eine steigende Zahl an Ausbildungsabbrüchen. Als Ursache sehen sie vor allem wachsende Kompetenzlücken bei den Azubis, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
Immer mehr Ausbildungsabbrüche im Saarland
In den vergangenen fünf Jahren verzeichnen 36 Prozent der Ausbildungsbetriebe im Saarland mehr Ausbildungsabbrüche oder nicht bestandene Prüfungen, nur gut drei Prozent melden einen Rückgang. Das zeigt ein IW-Gutachten im Auftrag der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU). Grundlage sind aktuelle Bildungsstudien sowie eine Befragung saarländischer Unternehmen.
Wachsende Bildungslücken
Bildungsdaten weisen auf wachsende Kompetenzlücken bei den saarländischen Schulabgängern hin. So hat sich der Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss zwischen 2020 und 2025 von 6,5 auf 11,5 Prozent erhöht. Rund 40 Prozent der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler verfehlen laut IQB-Bildungstrend die mathematischen Mindeststandards, nach der neuen Pisa-Studie zählt fast jeder dritte Schüler beim Lesen und Rechnen zur Risikogruppe.
Die Betriebe beobachten Ähnliches: Mehr als 80 Prozent sehen jeweils eine Verschlechterung bei mathematischen Grundkenntnissen, Konzentrationsfähigkeit oder Stressresistenz. Zwei von drei Unternehmen sagen, die Aussagekraft von Schulnoten habe in den vergangenen zehn Jahren deutlich abgenommen.
Betriebe geben zunehmend selbst Nachhilfe
Um die Lücken aus der Schulzeit zu schließen, engagieren sich die Unternehmen zunehmend selbst. Mehr als jedes zweite Unternehmen im Saarland bietet inzwischen Nachhilfe in Lesen, Schreiben und Rechnen an. Fast drei Viertel fördern zusätzlich soziale Kompetenzen, mehr als drei Viertel investieren gezielt in Motivation und Selbstständigkeit ihrer Auszubildenden.
„Eine stärkere Förderung von Basiskompetenzen in der Schule und eine intensivere und praxisnähere Berufsorientierung sind dringen erforderlich“, sagt Studienautor Dirk Werner. Übergangsgespräche zwischen Schulen, Berufsschulen und Betrieben könnten frühzeitig zeigen, wo Förderbedarf besteht – bevor daraus ein Ausbildungsabbruch wird.
INSM-Bildungsmonitor 2026: Bildungsstand, Bildungschancen und Bildungsmobilität
Der Bildungsmonitor 2026, den das Institut der deutschen Wirtschaft seit dem Jahr 2004 im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt, misst nun bereits zum 23. Mal, in welchen Handlungsfeldern der Bildungspolitik Fortschritte erzielt werden konnten.
IW
Ausbildung erfolgreich gestalten vom Marketing bis zur Übernahme
Die betriebliche Ausbildung ist ein zentraler Hebel der Fachkräftesicherung. Am Anfang der Investition in künftige Nachwuchskräfte steht die Ansprache und Gewinnung von neuen Auszubildenden. Für viele Unternehmen ist es eine Herausforderung, angebotene Ausbildungsplätze passend zu besetzen.
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